Stellungnahme zum Thema Kinder- und Jugendbeteiligung

von Rebecca Bendig


Stellungnahme / Vorschläge:

Ein kindgerechtes Beteiligungsverfahren für Kinder und Jugendliche gemäß §5, Abs.3 des Berliner Ausführungsgesetzes zum SGB VIII wird durchgeführt und die Ergebnisse in die Planung einbezogen.
Die Kleingartenanlage zwischen Lilienthal-, Zülichauer, Golßenerstr. und Columbiadamm ist aus dem FNP-Änderungsverfahren herauszunehmen.  Das Columbiaquartier wird ebenso zur Disposition gestellt.

Erläuterungen:

Kinder und Jugendliche sind entgegen der gesetzlichen Vorgaben  – es handelt sich um eine zwingende MUSS-Vorschrift  „(3) In jedem Bezirk sind darüber hinaus geeignete Formen der Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an der Jugendhilfeplanung und anderen sie betreffenden Planungen zu entwickeln und organisatorisch sicherzustellen…“ bislang in keiner Weise mit speziellen Verfahren am geplanten Vorhaben beteiligt worden. Dies ist umgehend nachzuholen. Betroffen sind ohne Zweifel Kinder und Jugendliche, die die Gärten der Kolonie nutzen, ebenso Kinder, die in unmittelbarer Nachbarschaft wohnhaft sind.

Unabhhängig davon wende ich bereits jetzt als Anwohnerin im unmittelbaren Umfeld erhebliche Bedenken ein. Die Innenstädte sind in hohem Maße auf bestehende Grünflächen jenseits der Parkwiesen angewiesen. Der gewachsene Baumbestand als Lebensraum für zahlreiche Tierarten und als „Lunge“ der Stadt ist nicht zu ersetzen durch etwaige Rasenflächen im neuen Wohngebiet. Was hier in vielen Jahrzehnten gewachsen ist, würde zugunsten einer weiteren Versiegelung  zerstört werden.  Besonders für Kinder sind diese wertvollen Grünflächen lebensnotwendig. Columbiadamm, Gneisenaustraße, Urbanstraße, Tempelhofer Damm und Mehringdamm sind hochbelastete Straßen, die Sauerstoff rauben und Schadstoffe produzieren. Grenzwerte werden leider immer noch an Erwachsenenbedürfnissen gemessen, obwohl mittlerweile in zahlreichen Studien die besondere Verletzlichkeit der Kindergesundheit nachgewiesen ist.
Ein weiteres Argument ist die wohnortnahe Oase für einen geschützten Rückzugsraum, der Kindern in der eher unkonventionellen Kolonie Räume der Ruhe und des Naturerlebens eröffnet. Besonders Familien mit kleinen Kindern sind auf solche schnell erreichbaren Nischen in der Innenstadt angewiesen. Sie sorgen dafür, dass Familien nicht ins Umland oder den Stadtrand abwandern. Die Kolonie öffnet sich hier bewusst auch temporär für Nichtnutzer (z.B. öffentliches Sommerfest vom Juni 2009). Hier wäre m.E. sogar noch  Potenzial, beispielsweise in der Zusammenarbeit mit Schulen.
Nicht eindeutig geht aus dem Plan hervor, in welcher Weise das Gelände des TIB beeinträchtigt würde. Vorsorglich möchte ich in diesem Zusammenhang auf die immens hohe Bedeutung dieses vielfältigen kostengünstigen Angebots hinweisen. Vom Kleinkind bis zum Senioren treffen sich hier zahlreiche Menschen aus dem näheren und weiteren Umfeld. Auf die immense Bedeutung für Kinder- und Jugendgesundheit muss nach den z.T. arlamierenden Ergebnissen des 13. Kinder- und Jugendberichts nicht weiter eingegangen werden. Wie wenig tolerant Anwohner – und hier insbesondere Eigenheimbesitzer/innen  teilweise gegenüber „Menschenlärm“ sind, beweisen Schließungen von Bolzplätzen und Kindereinrichtungen auch in Berlin. Aus diesem Grunde sollte eine Wohnbebauung unmittelbar angrenzend an das Sportzentrum unbedingt überdacht werden.

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